Eigenen Pegel anlegen: Schritt-für-Schritt zum Pegel für deine Baustelle
Baustellen im Watt liegen nur selten direkt an einem amtlichen Pegel. Die Tide läuft von der offenen See ins Wattenmeer hinein zeitversetzt, sodass Hochwasser und Niedrigwasser an einer Baustelle einige Minuten früher oder später eintreten als am nächstgelegenen amtlichen Pegel. Statt diese Verschiebung jedes Mal von Hand im Kopf umzurechnen, lässt sich auf wasserstand.fun ein eigener Pegel anlegen. Er besteht aus zwei Angaben: einem amtlichen Referenzpegel und einem festen Minuten-Versatz. Ein Beispiel: Die Baustelle nutzt den Referenzpegel Norderney/Riffgat plus 20 Minuten. Damit erscheinen alle Tidezeiten künftig direkt für den tatsächlichen Standort statt nur für den amtlichen Pegel.
Schritt 1: Kostenlos registrieren
Der erste Schritt ist ein kostenloses Konto. Auf wasserstand.fun/konto/registrieren genügen dafür Name und E-Mail-Adresse, die Angabe einer Firma ist optional. Im Anschluss verschickt die Seite eine Bestätigungs-E-Mail nach dem Doppel-Opt-in-Verfahren. Erst über den Link in dieser E-Mail lässt sich das eigene Passwort festlegen – ohne diesen Bestätigungsschritt bleibt das Konto inaktiv. Wer bereits ein Konto besitzt, kann diesen Schritt überspringen und sich direkt anmelden.
Schritt 2: Referenzpegel und Zeitverschiebung bestimmen
Als Referenzpegel eignet sich der nächstgelegene amtliche Pegel, der sich aus dem im System hinterlegten BSH-Katalog auswählen lässt. Deutlich wichtiger als die Auswahl des Pegels selbst ist die passende Zeitverschiebung. Sie lässt sich am besten aus Erfahrung und Beobachtung vor Ort ermitteln: Wann kippt die Strömung am Einsatzort, wann fällt die Fläche trocken – jeweils im Vergleich zur entsprechenden Uhrzeit am Referenzpegel? Aus mehreren solchen Beobachtungen ergibt sich ein verlässlicher Wert zwischen 0 und 720 Minuten, der je nach Lage der Baustelle früher (Minus) oder später (Plus) ausfallen kann. Wichtig dabei: Diese Zeitverschiebung ist immer nur ein Näherungswert und sollte in regelmäßigen Abständen anhand der tatsächlich beobachteten Zeiten überprüft und bei Bedarf nachjustiert werden.
Schritt 3: Pegel anlegen
Sind Referenzpegel und Zeitverschiebung bekannt, geht der eigentliche Eintrag schnell. Im eingeloggten Zustand lässt sich im Konto-Bereich zunächst ein Name für den Pegel vergeben, etwa „Baustelle Ostplate". Danach wird der zuvor gewählte Referenzpegel ausgesucht und die ermittelten Minuten samt Vorzeichen (plus oder minus) eingetragen. Nach dem Speichern erscheint der eigene Pegel in der Pegel-Leiste wie jeder andere amtliche Pegel auch. Alle Hoch- und Niedrigwasserzeiten werden von da an automatisch um den hinterlegten Versatz verschoben, während die angezeigten Wasserstands-Höhen in Zentimetern unverändert die des Referenzpegels bleiben – schließlich ändert der Zeitversatz nichts an der Höhe des Wassers, sondern nur am Zeitpunkt, zu dem sie an der Baustelle eintrifft.
Tipp: Benachrichtigungen aktivieren
Wer nicht ständig selbst auf die Uhrzeit achten möchte, kann sich über das Glocken-Symbol unten rechts auf der Pegel-Seite benachrichtigen lassen, bevor Hochwasser oder Niedrigwasser eintritt. Der Vorlauf lässt sich zwischen 30 und 120 Minuten frei wählen. Auf dem Handy funktioniert diese Benachrichtigung am zuverlässigsten, wenn die Seite zuvor über „Zum Home-Bildschirm hinzufügen" installiert wurde, statt sie nur gelegentlich im Browser zu öffnen.
Wie sich aus den Hoch- und Niedrigwasserzeiten anschließend ein nutzbares Zeitfenster für die Baustelle ableiten lässt, beschreibt der Beitrag Fahrfenster im Watt planen. Was die angezeigten Zentimeterwerte des Referenzpegels dabei genau bedeuten und wie sie sich einordnen lassen, erklärt der Beitrag Pegelstand richtig lesen.
Zum Datenschutz: Das eigene Konto lässt sich jederzeit selbst im Konto-Bereich löschen, eine Weitergabe der hinterlegten Daten an Dritte findet nicht statt. Weitere Details dazu stehen in der Datenschutzerklärung.